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Guru Guru

 

Guru Guru
"Trommeln ist gut für Geist und Seele, freut Euch des Lebens und habt Spaß an der Musik", sagte der Percussionist, Drummer und Guru Guru-Begründer Mani Neumeier einmal in einem Interview auf die Frage, was er jungen Leuten als Tipp mit auf den Lebensweg geben könne. Er selbst ist seinem Motto bis heute stets treu geblieben und so gab es 2013 gleich mehrfach Grund zu feiern: das deutsche Rock-Urgestein GURU GURU spielte ihr erstes öffentliches Konzert im August 1968 in Heidelberg und besteht seitdem ohne längere Pause - hochkreativ und voll Vitalität seit über 45 Jahren..
Wäre dies alleine schon einen gewaltigen Tusch wert, ist es sage und schreibe schon über 50 Jahre her, daß Mani Neumeier, geb. 1940 in München, zum ersten Mal überhaupt öffentlich auftrat.
Dass ein Drummer mit seinen Künsten über Jahrzehnte eine Band stets neu erfindet und dabei größtenteils die musikalischen Fäden spinnt, kommt in der Rockmusik nicht gerade häufig vor. Guru Guru-Leader Mani Neumeier entwickelte schon früh seinen ganz eigenen Groove-Trommelstil und gehört unbestritten längst zu den versiertesten Virtuosen zwischen Rock, World und Jazz. Eine ganz besondere Würdigung wird ihm 1996 zuteil: als erster deutscher Musiker überhaupt erhält er neben Größen wie Frank Zappa und Jimi Hendrix einen Platz im Wachsfiguren-Museum in Tokio.
In seiner langen Karriere hat der "Drumming-Man" bereits mit zahlreichen Größen der Jazz- und Rockszene kooperiert. So spielte er u.a. mit der Pianistin Irene Schweizer, Peter Brötzmann, Manfred Schoof, dem Globe Unity Orchester, mit John McLaughlin, Wolfgang Dauner oder Helmut Hattler. Mit Guru Guru hat er zudem grenzüberschreitend ein bedeutendes Stück Jazz- und Rockgeschichte mitgeprägt.
Zu Recht ist Guru Guru, vor über 45 Jahren mit Bassist Uli Trepte und Gitarrist Eddy Naegeli als Freerock-Trio gestartet, heute wegweisend im "Krautrock"-Genre und gilt als Orientierung für viele jüngere Rockbands. Die Gurus genießen zugleich als eine der wenigen deutschen Bands ihrer Art, seit Jahrzehnten auch International höchste Anerkennung und eine exzellenten Ruf. Bis heute sprechen die mahra als 3200 Konzerte der Band in Deutschland und Europa, den USA, Indien und Japan, ihre eigene Sprache der Beliebtheit! Guru Guru spielte als erste deutsche Band bereits im Sommer 1976 im WDR-Rockpalast, ein zweites Konzert wird im Rahmen des "Krautrock-Palastes" im Dezember 2004 in Bonn aufgezeichnet. Beide Konzerte sind jüngst zusammen auf DVD erschienen; ein einzigartiges Musikdokument, das Nostalgie und Aktualität der Band wunderbar vereint.
Die Besetzung wechselt in der langen Bandgeschichte relativ häufig. Eine Konstante ergibt sich dabei über längere Zeit kaum, was dem Sound der Band jedoch sehr zuträglich zu sein scheint. So spannt sich ein überaus kreativer musikalischer Bogen von der ersten LP "UFO" aus dem Jahre 1970 über das Kult-Doppelalbum "Der Elektrolurch" (1974), gefolgt von einigen Livealben sowie weiteren Ohrschmeichlern bis zum Worldrock-Milleniumwerk "2000 Gurus", dem erfrischend experimentellen "PSY", bis hin zum brandaktuellen und sehr kreativen und hörenswerten Silberling "Electric Cats".
Guru Guru`s Musik war und ist wie brodelnde Lava, man weiß nie so genau, wohin ihr Weg führt und was daraus am Ende wird. Eine überaus gelungene und seltene Mixtur von handwerklicher Extraklasse voll musikalischer Vielfalt, meist reichlich gewürzt mit erfrischendem Humor, hochkarätigem Rock, einer Prise Electronic- & Worldmusik, kreativen Jazzroots und einem sympatisch anarchischen Lebensfeeling.
Seit einigen Jahren spielt das Quartett beständig in der Besetzung Peter Kühmstedt, Hans Reffert, Roland Schaeffer und natürlich Mani Neumeier - hin und wieder unterstützt von Gastmusikern wie Chris Karrer oder Helmut Hattler.
Alle Trends und Moden überlebend, steht Guru Guru seit 45 Jahren für intelligente Musik, die zum Glück in keine Schublade passt. Eine Band, die aus der internationalen Musikszene einfach nicht wegzudenken ist und dia auf ihrem weiteren Weg hoffentlich noch viele weitere Stationen musikalisch makieren wird. Denn an eines hat es ihnen bisher nie gemangelt - am richtigen Groove zu zu rechten Zeit!                   (nach Text: Carlo G. Reßler)